Fassaden-Glossar
Jede Offerte für einen Fassadenanstrich ist voller Fachbegriffe. Hier finden Sie die 26 wichtigsten davon – von Algizid über Verkieselung bis zum Wärmedämmverbundsystem – kurz und ohne Werbesprache erklärt, damit Sie Angebote wirklich vergleichen können.
- Algizid
- Wirkstoff in Fassadenfarben, der das Wachstum von Algen und Pilzen auf der Beschichtung hemmt. Besonders sinnvoll an Nordfassaden und in feuchten Tallagen, wo die Oberfläche langsam abtrocknet.
- Armierungsputz
- Putzschicht, in die ein Glasfasergewebe eingebettet wird. Sie verteilt Spannungen im Untergrund und verhindert, dass sich Risse an die Oberfläche durchzeichnen – Standard bei Wärmedämmverbundsystemen.
- Diffusionsoffenheit
- Fähigkeit einer Beschichtung, Wasserdampf von innen nach aussen entweichen zu lassen. Mineralische Silikatfarben sind stark diffusionsoffen, reine Dispersionsfarben deutlich weniger.
- Dispersionsfarbe
- Kunststoffgebundene Fassadenfarbe. Günstig in der Anschaffung und einfach zu verarbeiten, bildet aber einen dichteren Film und ist auf mineralischem Altputz meist nicht die beste Wahl.
- Egalisationsanstrich
- Ausgleichender Voranstrich, der Farbton- und Saugfähigkeitsunterschiede eines ausgebesserten Untergrunds vereinheitlicht, damit der Deckanstrich gleichmässig wirkt.
- Fassadenreinigung
- Entfernen von Algen, Moos, Russ und Grauschleier vor dem Anstrich. Wir arbeiten im Niederdruckverfahren, weil Hochdruck den Putz aufreissen und Wasser in die Konstruktion treiben kann.
- Grundierung
- Erste Schicht auf dem vorbereiteten Untergrund. Sie reguliert die Saugfähigkeit, festigt sandende Flächen und sorgt dafür, dass der Deckanstrich gleichmässig haftet.
- Hydrophobierung
- Wasserabweisende Imprägnierung, die flüssiges Wasser abhält, Wasserdampf aber durchlässt. Schützt Sichtmauerwerk und Naturstein, ohne die Fassade abzudichten.
- Kalkputz
- Traditioneller mineralischer Putz auf Kalkbasis. Sehr diffusionsoffen und alkalisch, daher von Natur aus algenhemmend. Verlangt zwingend eine mineralische Beschichtung wie Silikatfarbe.
- Kellenwurf
- Grobe Putzstruktur, bei der der Mörtel mit der Kelle an die Wand geworfen wird. Häufig an Schweizer Bauten der 1950er- bis 1970er-Jahre und deutlich materialintensiver beim Anstrich.
- Kreidung
- Abpudern der Farboberfläche durch UV-Abbau des Bindemittels. Ein typisches Zeichen dafür, dass die Fassade das Ende ihrer Beschichtungsdauer erreicht hat.
- Lotuseffekt
- Selbstreinigende Oberfläche, an der Wasser abperlt und Schmutz mitnimmt. Bei Fassadenfarben durch mikrostrukturierte Silikonharzbindemittel erreicht.
- Mineralfarbe
- Sammelbegriff für Farben mit anorganischem Bindemittel, vor allem Silikat- und Kalkfarben. Sie verkieseln mit dem Untergrund und sind besonders UV- und alterungsbeständig.
- Nassabrieb
- Massstab für die Scheuerbeständigkeit einer Beschichtung. Bei Fassaden weniger wichtig als die Witterungsbeständigkeit, aber relevant im Sockelbereich.
- Perimeterdämmung
- Dämmung des erdberührten Sockelbereichs. Sie muss feuchtebeständig und druckfest sein und wird beim Fassadenanstrich mit einem Sockelputzsystem abgeschlossen.
- Riss (Haarriss / Setzriss)
- Haarrisse unter 0,2 mm betreffen nur die Putzoberfläche und lassen sich mit elastischen Beschichtungen überbrücken. Setzrisse gehen durch die Konstruktion und müssen vor dem Anstrich saniert werden.
- Schlämme
- Dünnflüssige mineralische Beschichtung, die den Untergrund vereinheitlicht und leichte Unebenheiten überdeckt, ohne die Putzstruktur zu verlieren.
- Silikatfarbe
- Mineralische Fassadenfarbe mit Kaliwasserglas als Bindemittel. Sie verkieselt chemisch mit mineralischem Untergrund, ist extrem langlebig und diffusionsoffen – erste Wahl für Altbau und Denkmalobjekte.
- Silikonharzfarbe
- Universelle Fassadenfarbe, die Wasser abweist und gleichzeitig diffusionsoffen bleibt. Der beste Kompromiss für die meisten Schweizer Wohnbauten, besonders in feuchten Lagen.
- Sockel
- Unterster, besonders beanspruchter Fassadenabschnitt. Er erhält üblicherweise ein eigenes, wasserabweisendes und schlagfestes System statt der normalen Fassadenfarbe.
- Spritzwasserzone
- Bereich rund 30 cm über Terrain, in dem aufprallender Regen die Fassade dauerhaft benässt. Häufigster Ort für Frostschäden und Algenbewuchs.
- Standzeit
- Zeitraum, in dem eine Beschichtung ihre Schutzfunktion erfüllt. Bei fachgerecht ausgeführten Fassadenanstrichen 10 bis 15 Jahre, bei Silikat auf mineralischem Untergrund bis zu 20 Jahre.
- Untergrundprüfung
- Vorabklärung mit Kratz-, Klebeband- und Wasserprobe. Sie zeigt, ob der bestehende Anstrich trägt, sandet oder abgelöst werden muss – Grundlage jeder verbindlichen Offerte.
- Verkieselung
- Chemische Verbindung zwischen Silikatfarbe und mineralischem Untergrund. Anders als ein Farbfilm sitzt die Beschichtung dadurch nicht auf, sondern im Putz.
- Wärmedämmverbundsystem (WDVS)
- Aufbau aus Dämmplatten, Armierungsschicht und Deckputz. Beim Anstrich sind elastische, diffusionsoffene Systeme nötig, weil die Oberfläche stärker arbeitet als massiver Putz.
- Witterungsfenster
- Zeitraum mit geeigneten Bedingungen für den Anstrich: über 8 °C Luft- und Untergrundtemperatur, kein Regen während der Trocknung, keine direkte Mittagssonne auf der Arbeitsfläche.
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